Starker Markt trotzt den Wirrungen

Trotz des Gegenwinds am Montag letzter Woche, bei dem der DAX um 3,4 Prozent im Minus lag, konnten sich die Börsen im Wochenverlauf erholen.

S&P senkte das Rating von Spanien um zwei Stufen auf BBB+ und behielt den “negativen Ausblick” bei. Hintergrund ist die Erwartung eines sich verschlechternden Pfads der Haushaltskonsolidierung sowie die zunehmende Wahrscheinlichkeit weiterer Stützungsmaßnahmen für den Bankensektor. Die Arbeitslosigkeit stieg weiter an und steht nun bei 24,4%. Wirtschaftsminister Luis de Guindos stellte klar, sein Land benötige keine Unterstützung aus den europäischen Rettungsschirmen. Dennoch entwickelte sich eine lebhafte Diskussion darüber, ob der Rettungsschirm ESM direkte Kapitalhilfe für Spanische Banken leisten können solle. Bislang ist dies nur indirekt über die Unterstützung des jeweiligen Staates und unter entsprechenden Konsolidierungsauflagen vorgesehen. Als Konsens scheint sich herauszubilden, dass eine Direktfinanzierung von Banken zwar möglich sein solle, aber nur, wenn gleichzeitig eine europäische Bankenaufsichtsbehörde installiert werde.

Die Regierung in den Niederlanden zerbrach an den Verhandlungen über ein Sparpaket. Für den 12. September sind nun vorgezogene Neuwahlen angesetzt. Dennoch gelang es Ministerpräsident Rutte, einen Haushaltsplan vorzulegen, der für das Jahr 2013 ein Defizit von weniger als 3% vorsieht. In Tschechien sah sich Regierungschef Petr Necas ebenfalls Widerständen gegen seine Sparpolitik ausgesetzt. Am Freitag kam es zur Vertrauensfrage, welche der Ministerpräsident überstand. Dennoch erscheint die Regierung nach den Entwicklungen der jüngsten Tage geschwächt. In Rumänien wurde die Regierung von Ministerpräsident Ungureanu durch ein Misstrauensvotum gestürzt, was nun eine neue Regierungsbildung erforderlich macht. Ungarn konnte einen Teilerfolg verbuchen, die Gespräche über Unterstützung durch den IWF werden wieder aufgenommen.

Frankreich befindet sich derweil in der Endphase des Präsidentschaftswahlkampfs. Am kommenden Sonntag stellen sich Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und sein Herausforderer Francois Hollande in einer Stichwahl dem Volk. In den Medien wird bereits im Vorfeld der Entscheidung hartnäckig versucht, Hollande und Angela Merkel gegeneinander auszuspielen. Bemerkenswert ist hierbei die deutliche parteinahme von Frau Merkel, die sich offensichtlich eine weitere Zusammenarbeit mit ihrem französischen Amtskollegen Sarkozy wünscht. Zünglein an der Waage könnte die Partei von Marie Le Pen, der Parteichefin der rechtsnationalen Front National, werden. Hollande will der Sparpolitik mehr wachstumsfördernde Maßnahmen entgegensetzen. Im Grundsatz findet er dabei Unterstützung von EZB-Präsident Mario Draghi. Dieser hob die Idee eines den Fiscal Compact begleitenden Growth Compact auf eine neue Ebene. In den kommenden Wochen wird intensiv darüber diskutiert werden, welche Maßnahmen Bestandteil eines solchen Growth Compacts sein könnten. Insbesondere steht die Frage im Raum, inwieweit der Wachstumspakt zu einer Abschwächung der Austeritätspolitik führen darf.

Nachdem schon Google aus der High-Tech-Branche gute Zahlen vorgelegt hatte, kam in der vergangenen Woche auch Apple mit Geschäftszahlen. Wieder einmal wurden die Analystenerwartungen deutlich geschlagen. Das Nettoergebnis von Apple belief sich im zweiten Quartal den Angaben von Dienstag zufolge auf 11,6 Milliarden US-Dollar bzw. 12,30 US-Dollar je Aktie, nach 6,0 Milliarden US-Dollar bzw. 6,40 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse konnten von 24,7 Milliarden US-Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf nun 39,2 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Apple verkaufte 35,1 Millionen iPhones, 11,8 Millionen iPads, 7,7 Millionen iPods und 4 Millionen Macs. Zusammen ergibt dies eine gesamte Verkaufszahl von 58,6 Millionen Geräten, die innerhalb der 91 Tage des Finanz-Quartals verkauft wurden. Anders ausgedrückt, bedeutet das, dass Apple pro Tag an die 645.000 Geräte verkauft hat. Von dieser Tagesmenge waren ungefähr 385.000 iPhones und 130.000 iPads.

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