Hervorragende Unternehmenszahlen versus allgemeiner Schwäche

Die negative Stimmung konnte sich in der abgelaufenen Woche weiter durchsetzen. Nach einem deutlichen Rücksetzer am Anfang der Woche und einer starken Erholung am Donnerstag folgte leider am Freitag ein erneut sehr schwacher Tag. Wegen der durchwachsenen Konjunkturdaten aus China , vor allem aber den erneut sehr beunruhigenden Nachrichten aus Europa, bleiben Anleger weiterhin in Deckung, oder verkauften ihre bestehenden Positionen. Dem gegenüber stand eine ganze Reihe von hervorragenden Unternehmenszahlen die allesamt besser waren als dies vorm Markt erwartet wurde. Alcoa, Google, JP Morgan, Wells Fargo konnten die Erwartungen des Marktes erneut deutlich schlagen.

Die eigentlich spannende Frage für die kommende Woche bleibt nun aber erst einmal welches der beiden “Lager “sich durchsetzen kann, die negativen Erwartungen und Spekulationen über einen weiterhin möglichen Zerfall der Eurozone, oder die sehr positiven harten Fakten aus den einzelnen Unternehmen. Bislang gelang es den berichtenden Unternehmen nicht positive Impulse für den Gesamtmarkt zu geben, da die Märkte sich erneut in einer Phase der politischen Motivation befinden. Sollten die Unternehmen allerdings weiter ein so starkes Bild zeichnen, wird der Markt dies auch irgendwann honorieren. Und sollten sich die Gerüchte um ein baldiges QE3 Programm der US Notenbank bestätigen, könnten wir am Donnerstag schon mal einen Vorgeschmack darauf bekommen haben was dann passieren wird.

Das kurzfristige Bild für den Anfang der kommenden Woche sieht aber wohl eher negativ aus. Der Test der Unterstützungszone um 6.500 Punkte im DAX wird kurzfristig immer wahrscheinlicher. Hier sollte sich allerdings ein tragfähiger Boden ausbilden, und die Börsen allmählich wieder nach oben drehen. Zumindest würde ich diesem Szenario im Moment die höchste Wahrscheinlichkeit einräumen. Im Extremfall ist auch noch mit einem kurzfristigen Unterschreiten dieser Unterstützungszone zu rechnen. Dies ist dürfte dann auch spätestens wieder ein sehr interessantes Niveau sein auf dem man erste Käufe tätigen kann.

Insbesondere spanische und italienische Finanzwerte wie bspw. die Banco Santander und die UniCredit standen unter Beschuss, nachdem die Anleiheauktionen beider Länder nur zu deutlich erhöhten Zinsen abgeschlossen werden konnte. Auch Commerzbank Aktionäre mussten erneut deutliche Verluste hinnehmen, ebenso wie Aktionäre andere europäischer Banken.

Den Anfang der Berichtssaison zum ersten Quartal des Jahres 2012 machte traditionsgemäß der Aluminiumkonzern Alcoa, und überraschte positiv mit einem Gewinn. Am Donnerstag hatte Google bereits nachbörslich Zahlen für das erstes Quartal veröffentlicht. Der Nettogewinn belief sich auf 2,89 Milliarden Dollar nach 1,8 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse stiegen um 24 Prozent auf 10,65 Milliarden Dollar. Außerdem wird es zu einem Aktiensplit kommen: Aktionäre werden zu jedem ihrer Anteilsscheine eine weitere Aktie einer neuen Klasse hinzubekommen. Dies entspricht einem Aktiensplit im Verhältnis 2 für 1. Die Google-Aktie ging mit einem Minus von 4,1 Prozent aus der Handelswoche. Bei den starken Zahlen sehr ungewöhnlich.

Die Finanzwerte JP Morgan und Wells Fargo glänzten ebenfalls, konnten sich aber dem schwachen Marktumfeld, in dem erneut insbesondere Bankaktien abgestraft wurden, nicht entziehen. Dank des generellen Aufschwungs an den Börsen und der Wirtschaftserholung in den USA lief es im ersten Quartal hervorragend für JP Morgan Chase. Pro Aktie erzielte die US-Großbank einen Gewinn von 1,31 Dollar, Analysten hatten 1,18 Dollar erwartet. Der Umsatz stieg von 25,79 auf 27,42 Milliarden Dollar im Vorjahresvergleich. Die Aktie verlor wegen des schlechten Gesamtmarktes trotzdem 3,6 Prozent. Ähnliches Bild auch bei Wells Fargo. Die Bank erzielte einen Gewinnsprung von 13 Prozent auf 4,25 Milliarden Dollar. Aber auch hier die Aktie am Ende im Minus bei 3,5 Prozent.

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