Banken sind keine Wohltäter

Ein Mitarbeiter von Goldman Sachs, Greg Smith, hat gekündigt und das öffentlich. Er hat einen Brandbrief geschrieben und ihn von der Zeitung New York Times veröffentlichen lassen. Inhaltlich ist es nichts Neues – die Bank agiert nur im eigenen Interesse und die Kunden sind ihr egal.

Goldman Sachs ist seit letztem Mittwoch wieder zum Staatsfeind Nummer 1 in den USA geworden. Der Brief war Wasser auf die Mühlen derer, die Goldman Sachs mit einer Vampirkrake verglichen hatten. Es zeigt den moralischen Sittenverfall und die Jagd nach Profit. In England ist denn auch zeitnah eine Studie veröffentlicht worden über die Beliebtheit der Bankenarbeitgeber bei ihren Mitarbeitern. Auf Platz eins der meistgehassten Banken liegt JPMorgan, auf Platz zwei folgt Goldman Sachs und immerhin auf Platz acht der unbeliebtesten Arbeitgeber liegt die Deutsche Bank.
Goldman Sachs wird nun alle Bereiche der Bank auf Interessenkonflikte prüfen lassen, ein verzweifelter Versuch das ramponierte Image auszubessern.

Goldman Sachs Chef Lloyd Blankfein hat einmal scherzhaft gesagt, dass er sich manchmal wie ein Mafioso fühle. Der Schicke Morgens seine Frau zum Auto um den Zündschlüssel umzudrehen und zu sehen, ob das Auto in die Luft fiegt. Für ihn sei das Auto die täglich Zeitung, die er von seiner Frau zunächst lesen lasse, um nicht getötet oder verletzt zu werden.

In diesem Zusammenhang passt es, dass der EU-Binnenmaktkommissar Michel Barnier die Schattenbanken besser kontrollieren lassen will. Aufgrund der vielen strengeren Finanzmarktregeln waren die Banken in den letzten Jahren sehr erfinderisch und haben ein System sogenannter Schattenbanken gegründet. Zu den Schattenbanken gehören Zweckgesellschaften, die Kredite vermitteln, Geldmarktfonds, Investitionsfonds, Hedge-Fonds, Versicherungsunternehmen und Akteure, die Verbriefungen, Repo-Geschäfte und Konsummentenkredite anbieten. Der Anteil der teilweise unregulierten Akteure am gesamten Finanzmarkt liegt bei 25 bis 30 Prozent. Auch die ultra lockere Geldpolitik der EZB befördert das Schattenbanksystem.

Nun zum aktuellen Marktgeschehen:
Der DAX konnte in der letzten Woche nicht nur die Tradingrange von 6.650 bis 6.970 Punkte nach oben verlassen, sondern mit dem Überwinden der 7.000er Marke schaffte der Markt auch gleich noch den Sprung über 7.100 Punkte. Sicherlich war der große Verfallstag am Freitag ein gewichtiger Grund für den Anstieg, hatte man im Vorfeld doch gehört, dass einige Marktteilnehmer eher auf fallende Kurse spekuliert hatten. Für diese Woche ist es wichtig, dass man den Ausbruch nach oben positiv bestätigt. Von konjunktureller Seite gibt es wenig beachtenswertes.

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