Große Nervosität und schwächelnde Konjunktur
Veröffentlicht am 29. August 2010
n dieser Woche waren bis zum Freitag alle Konjunkturdaten schlechter ausgefallen als prognostiziert. Das führte die Aktienmärkte Weltweit gen Süden. Am Freitag kam dann das BIP-Wachstum mit 1,6 Prozent etwas besser herein und auch die Arbeitslosenzahl fiel leicht besser aus als erwartet. Beflügelt von diesen beiden Zahlen drehten sowohl DAX als auch Dow Jones nach Anfangsverlusten ins Plus und ließen die Woche nicht mehr ganz so schlimm aussehen. Trotz der Freitagsrallye am Nachmittag schloss der DAX unter der 6.000er Marke und muss diese nun erst einmal zurückerobern.
Schaut man sich den deutschen Aktienmarkt aus charttechnischer Sicht an, so muss man im Moment noch festhalten, dass erst ein Bruch der 6.000er Marke nach oben wieder etwas optimistischer stimmen kann. Sollte der DAX bei 6.000 Punkten hängen bleiben, so hat er nur eine Kurslücke geschlossen und würde sich in einem weiter abwärts gerichteten Trend befinden. Ein Kursziel könnte dann der Bereich von 5.700 Punkten sein. Stützend für den Aktienmarkt sind immer noch die Indikatoren, die sich alle nahe am Überverkauften-Bereich befinden.
In der vergangenen Woche war der Blick schon auf Jackson Hole gerichtet, wo sich traditionell alle Notenbanker an diesem Wochenende treffen. Der FED Chairman Ben Bernanke erklärte auch schon am Freitag, dass man mit dem Wirtschaftswachstum nicht zufrieden sei und auch der Arbeitsmarkt sich nicht wie erwartet entwickle. Man will von Seiten der FED alles Mögliche tun, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Wichtigste Indikatoren für einen selbsttragenden Aufschwung seien die Verbraucherausgaben und die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Ben Bernanke verwies auch darauf, dass die FED ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen werde um zu Stützen. Besonders hart ist der Rückschlag bei den Hausverkäufen, nachdem die Steuergeschenke der Regierung Mitte des Jahres ausgelaufen sind. Auch das Außenhandelsdefizit ist wieder auch ein sehr hohes Niveau gestiegen, im Juni stand es bei 16%. Die Amerikaner sind in der Krise zu Sparern geworden, die Sparquote liegt nun bei 6 Prozent und übertrifft damit die Erwartungen der Notenbank. Das große Problem wird sein, den handelnden Personen klar zu machen, was eine temporäre Stützung ist und was zu einem Dauerzustand geworden ist. Denn eines ist bei allen Debatten um stützende Maßnahmen klar, einer muss dafür bezahlen, denn geschenkt bekommt man nichts.
Der US-Starökonom Diamond hat erst kürzlich eine interessante Studie zur letzten Finanzkrise veröffentlicht, in der er schreibt, dass es für Banken durchaus Sinn ergeben kann, ihre Portfolios nicht zu bereinigen. Würde eine Bank in einem normalen Umfeld ihre risikobehafteten Papiere verkaufen, so würde sie Geld einnehmen, was wieder zu Stabilisierung der Bank beitragen würde. Im Krisenfall kann es sich für eine Bank aber lohnen auf dieses Bereinigen zu verzichten, da es nur etwas bringen würde, wenn die Bank überlebt. Diese Überleben wurde durch die Politik gewährleistet, somit kann es sogar sinnvoll sein Subprime Mortgage Backed Securities, also zweitklassige Hypothekendarlehen zu behalten oder aufzustocken.
Wer hätte am Jahresanfang gedacht, dass die zehnjährige Bundesanleihe bei der zwei Prozent Marke steht? Es gibt nur einen – die Saxo-Bank, die aktuell mit ihrer Prognose richtig liegt. Viel interessanter ist, dass man sich aktuell auch vorstellen kann, dass die Rendite auch noch auf 1,5 Prozent fällt oder auf ein Prozent, so wie in Japan seit Jahren bekannt. Warum auch nicht? Die ultralockere Geldpolitik hat bisher ihren gewünschten Effekt verfehlt, die Wirtschaft ist noch immer nicht selbsttragend. Außerdem hat sie die spekulativen Exzesse weiter unterstützt. Es gibt eine überbordende Liquidität, die Anlagen sucht und die Kursausschläge bei den Aktien, Renten, Währungen und auch beim Gold werden von Woche zu Woche größer. Als negativstes aller Beispiele ist der Weizenpreis zu nennen. Hier haben sich Milliarden in einen kleinen Markt hineingequetscht und unterstützt durch die Brände in Russland ein Kursfeuerwerk beim Weizenpreis ausgelöst. Auch die offenen Positionen im Bund-Future sind in vier Wochen von 115 Mrd. Euro auf 145 Mrd. Euro gestiegen.
Wollen wir alle hoffen, dass es gelingt dem Markt geregelt das billige Geld zu entziehen, sonst wird es keinen mehr geben, der das aktuelle Wirtschaftssystem aufrecht erhalten kann.
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Schwache Daten, Zinsen und der Verfall
Veröffentlicht am 21. August 2010
In der zweiten Wochenhälfte sind ausnahmslos alle volkswirtschaftlichen Zahlen in den USA unter den Erwartungen geblieben. Besonders bitter wirkt hier die Zahl der Anträge auf Erwerbslosigkeitsunterstützung. Die Zahl sollte, nachdem sie beim letzten Mal überraschend gestiegen war, nun wieder etwas fallen. Es wurde erneut ein Anstieg und man ist mittlerweile wieder bei einer Zahl von 500.000. Eine erdrutschartige Veränderung verzeichnete der Philadelphia Fed Index für das herstellende Gewerbe, erwartet wurde eine Punktzahl von 7,5 und es wurde ein Minus von 7,7 Punkten. Im Klartext bedeutet das, dass sich in diesem Bereich die Wirtschaft schon wieder kontrahiert, also schrumpft.
Diese zwei negativen Meldungen brachten die Börsen auch gehörig unter Druck, sodass der DAX am Freitag mit der 6.000er Marke kämpfte und diese nur knapp behauptete. Es mag auch ein wenig dem Verfall geschuldet sein, dass man sich der runden Zahl so sehr annäherte. Für die Belastung der Aktien in den USA wurde zudem noch der Wechselkurs ausgemacht.
Als Auslöser für die Schwäche der Gemeinschaftswährung galten Aussagen von Bundesbank-Präsident Axel Weber, der in einem Interview mit Bloomberg gesagt hatte, die Abkehr von der lockeren Geldpolitik werde wohl nicht vor dem ersten Quartal 2011 erfolgen und hänge von der Gesundheit der Banken der Eurozone ab. Die Anleger seien dadurch an die Sorgen um die Staatsverschuldung erinnert worden, hieß es.
Mit dem Wertverfall des Euro ging es an Wall Street besonders für die Aktien multinationaler Konzerne, die einen bedeutenden Teil ihres Geschäfts außerhalb der USA machen, abwärts. General Electric fielen um 1,4% auf 15,03 USD, IBM um 1,1% auf 127,50 USD und 3M um 1,4% auf 80,66 USD.
Auch charttechnisch sind die bedeutenden europäischen Aktienindizes in wankelmütiger Verfassung. Der Euro-Stoxx-50-Index ist wieder unter die erst kürzlich eroberte Widerstandszone von 2.720 bis 2.680 Punkten gefallen, was meine technische Analyse als Warnsignal wertet.
Sollte sich alles so verhalten wie die letzten Wochen und Monate auch, so befindet sich der DAX nun einer Tradingbox zwischen 5.750 Punkten auf der Abwärtsseite und 6.350 Punkten auf der Aufwärtsseite. Im Ein-Jahres-Chartbild hat der DAX immer noch einen Aufwärtstrend, der von eben diesen 6.350 nach oben begrenzt wird.
Es bleibt abzuwarten, ob die günstigen KGV´s der Unternehmen einem anhaltenden Abwärtstrend beim Wirtschaftswachstum entgegenstehen können.
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Deutsche Wirtschaft boomt und die Vorsicht kehrt zurück
Veröffentlicht am 14. August 2010
Im zweiten Halbjahr hat die deutsche Wirtschaft kräftiger zulegt als erwartet und die Ökonomen erwarten ein BIP-Wachstum von mehr als 3 Prozent für das Gesamtjahr.
Ungünstiger hätte es eigentlich nicht kommen können. Die Berichtssaison findet langsam ihr Ende und gleichzeitig gibt es deutliche Anzeichen für eine Schwäche der Weltkonjunktur. Vor allem die Signale aus den USA sind alles andere als beruhigend, das BIP-Wachstum wird seit Jahresanfang stetig nach unten revidiert, der Arbeitsmarkt kommt nicht auf die Beine und die Stimmung der Verbraucher sinkt langsam. Da nützt ein deutsches Wachstum auch nicht so viel. Wenn die alte Formel stimmt, nach der die USA im Konjunkturzyklus uns ungefähr sechs bis neun Monate voraus ist, dann wissen wir schon jetzt, dass wir die Wachstumsraten nicht halten können. Unsere Volkswirtschaft ist auf Export ausgelegt und wenn das Weltwirtschaftswachstum langsam abnimmt, dann wird sich dies auch bei uns wieder negativ zeigen. Die Amerikaner waren als erste in der Krise, als erste wieder aus der Krise heraus und sind nun die ersten die wieder schwächeln. Zeitgleich zur Schwäche in den USA, zeigen die Maßnahmen der chinesischen Regierung, das Wachstum zu drosseln, schon erste Wirkung. Der chinesische Import fällt und der Immobilienmarkt stagniert.
Die Zahlen zeigen allerdings auch auf, dass man nicht Schwarzsehen muss, denn wir reden über eine Wachstumsverlangsamung und nicht über ein Abgleiten in die Rezession. Die aufstrebenden Volkswirtschaften wachsen weiterhin robust und auch die Berichtssaison ist überwiegend positiv ausgefallen. Selbst wenn das Wachstum nicht mehr so rasant sein sollte, so gibt es immerhin eines und dies sollte es den Unternehmen durchaus möglich machen, weiterhin ordentliche Gewinne aus zuweisen.
Die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen haben sich spätestens nach der Entscheidung der FED am Kapitalmarkt zu intervenieren, weiter verbessert. So werfen bei uns 10-jährige Anleihen nur noch eine Rendite von 2,38 Prozent ab. Sie sind damit extrem teuer und auf der anderen Seite haben die Aktienwerte im DAX ein KGV auf 2011 Basis von neun bis zehn.
Trotzdem werden die nächsten Wochen wieder etwas stürmischer und der weitere Trend unklar. Um für die nächste stürmische See gewappnet zu sein, empfiehlt sich aktuell eine Reduzierung der Aktienquote.
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Aktienmarkt nach neuen Jahreshochs mit leichten Gewinnmitnahmen
Veröffentlicht am 7. August 2010
Die gesamte Woche über präsentierten sich die Aktienmärkte sehr robust. Der DAX überwand den Widerstandsbereich von 6.300 bis 6.350 Punkten und konnte neue Jahreshöchststände erklimmen und auch der DowJones Industrial Index sprang über die Widerstandsmarke von 10.600 Punkten.
Getrieben durch weitere gute Unternehmensbilanzen schaffte der DAX einen neuen Höchststand bei 6.387 Punkten. Im Wochenverlauf konnte der DAX 1,8 Prozent zulegen, auch dem MDAX gelang dieses Kunststück, neues Jahreshoch und Wochengewinn von 2,6 Prozent. Einen Dämpfer erhielten die Märkte am Freitag Nachmittag, als die Arbeitsmarktzahlen in den USA enttäuschend ausfielen.
Während dessen stellt sich der Rentenmarkt auf neue FED-Maßnahmen ein, hier glauben die Investoren an eine Rückkehr der FED zum „Quatitive Easing“. Aufgrund einer Reihe von enttäuschenden volkswirtschaftlichen Zahlen, größerer Stellenabbau und geringeres BIP-Wachstum, können sich viele Marktteilnehmer vorstellen, dass die FED wieder zu stimulierenden Maßnahmen greifen könnte. Beim „Quatitive Easing“ würden vor allem die langfristigen Renditen/Zinsen wieder fallen. Aktuell haben wir eine Rendite für zehnjährige Bundesanleihen von 2,52 Prozent. In diesem Umfeld ist es bemerkenswert, dass IBM eine Anleihenemission mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Kupon von einem Prozent gelungen ist.
Ebenfalls aufgrund der schwachen Arbeitsmarktdaten hat der Euro einen gewaltigen Sprung gegenüber dem USD gemacht und notiert nun nur noch knapp unter 1,33. In den letzten neuen Wochen ist der Euro damit vom Tief zur Spitze über 15 Cent gestiegen. Diejenigen, die einen schnellen Abgesang des Euros vorhergesehen haben, müssen sich nun erst einmal neu aufstellen. Das ausgerechnet der USD der sichere Hafen sein soll scheint mehr als fraglich, denn die US-Volkswirtschaft läuft unter Potentialwachstum und ein schneller Aufschwung ist nicht in Sicht. Aktuell sprechen nur die großen Investitionen der Unternehmen für eine Besserung.
Schaut man sich die gemeldeten Insidergeschäfte der letzten Monate an, so wird man feststellen, dass viele Firmenchefs und Aufsichtsräte in der jüngeren Vergangenheit Aktien ihrer eigenen Unternehmen gekauft haben. Da diese Insider bekanntlich den besten Einblick in die Geschäftszahlen haben, so kann man davon ausgehen, dass der Aktienmarkt und auch die Konjunktur sich weiter erholen wird, vielleicht nicht so schnell wie sich der ein oder andere wünscht.
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Konjunkturlage bleibt unklar
Veröffentlicht am 31. Juli 2010
Der Freitag spiegelte die aktuelle Situation exemplarisch wieder, die US-BIP Zahlen fielen etwas schwächer als erwartet aus und schickten den Aktienmarkt um 14.30 Uhr in den Keller. Kurz vor 16.00 Uhr lagen die Zahlen des Chicago-Einkaufsmanagerindex und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan über den Analystenerwartungen und die Börsen zogen wieder mit den Kursen an.
Wir befinden uns in einer Übergangsphase. Anleger mit der Hoffnung auf eine deutliche Konjunkturbelebung werden mit den Fakten konfrontiert, die nicht gerade auf eine steile Erholung deuten. Daher werden Investoren nervös und der Grad ihrer Skepsis legt leicht zu.
Im Vergleich zu den Konjunkturzahlen nimmt die laufende Berichtssaison nur eine untergeordnete Rolle ein. Nachdem rund 300 Unternehmen aus dem S&P-500 ihre Berichte vorgelegt haben, ist die Saison für die meisten Anleger gelaufen und dürfte kaum noch Impulse setzen. Denn der allgemeine Trend ist klar: Die Erwartungen werden in der Regel erfüllt oder übererfüllt. Besonders beeindruckend sind die Zahlen von Apple ausgefallen. Apple hat mit einem Umsatz von 15,7 Mrd. USD und einem EPS von 3,51 USD sehr gute Zahlen für das zweite Quartal gemeldet. Dabei habe insbesondere das Absatzvolumen positiv überrascht.Apple prognostiziere für das vierte Geschäftsquartal einen Umsatz von 18 Mrd. USD und liege damit deutlich über der Konsensschätzung von 17,2 Mrd. USD. Dem Management zufolge sei das Unternehmen weiterhin von Kapazitätsengpässen betroffen, so dass es ausstehende Aufträge für das neue “iPhone” und das “iPad” gebe. Aufgrund der neuen Zahlen ergibt sich für 2009/10 und 2010/11 ein KGV von 17,2 und 13,6.
Auch Baidu, die chinesische Google, hat mittlerweile seine Geschäftszahlen veröffentlicht. Während der Umsatz um 75% auf 282,3 Mio. USD gesteigert worden ist, ist der Gewinn von 56,1 Mio. USD auf 150,7 Mio. USD verbessert worden. In beiden Fällen habe BAIDU.COM die Marktprognosen schlagen können. Auch die Zahl der Werbekunden ist im Zeitraum von April bis Juni erneut gestiegen. Das Unternehmen hat einen Zuwachs von 25% ausgewiesen.
Damit aber noch nicht genug der frohen Kunde. Im zweiten Quartal hat das Unternehmen erstmals mehr als 70% aller Suchanfragen auf sich vereinen können. Diesbezüglich hat BAIDU.COM in erster Linie beim Erzrivalen Google (ISIN US38259P5089/ WKN A0B7FY) wildern können, dessen Marktanteil in den zurückliegenden Monaten von 29,5 auf 27,3% gesunken ist.
Nun sind die Bankenstresstest endlich veröffentlicht worden und sie sind für die europäischen Banken mit wenigen Ausnahmen recht gut ausgefallen. Die Bankaktien haben dies mit steigenden Kursen entsprechend honoriert. Nun melden sich in den letzten Tagen immer häufiger vermeintliche oder auch selbsternannte Experten und kritisieren den Stresstest, viele Themen hätten keine ausreichende oder gar keine Berücksichtigung erfahren. Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für die Aufsichtsbehörden und die EZB brechen. Dort sitzen auch Menschen die Ahnung vom Leben in Banken haben und die wissen wie man solche Stresstest durchführt. Für wenig sinnvoll ist allerdings die große Transparenz, die man beim Präsentieren, an den Tag gelegt hat. Ein reines Verkünden derer, die beim Test nachbessern müssen, hätte hier auch gereicht. Nun fühlen sich viele berufen das Verfahren zu kritisieren und zerreden das grundsätzlich Positive. So wie Ratings bewiesen haben, dass sie keine Wissenschaft sind, sondern nur Meinungen, so muss man den Aufsichtsbehörden auch die Meinung lassen, dass sie die aktuelle Bankenwelt für relativ sicher halten.
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Beste Aktienwoche seit einem Jahr
Veröffentlicht am 11. Juli 2010
Nachdem in den letzten beiden Wochen die Konjunkturängste und die Staatsschulden das Hauptthema für fallende Kurse waren, ist nun die Hoffnung auf eine gute Berichtssaison der Grund für steigende Kurse. So schnell wie die Regenwolken die letzten Wochen aufgezogen sind so schnell sind sie verschwunden. Ausgelöst wurde der Kursanstieg der vergangenen Woche von Aussagen der State Street Bank, die den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr angehoben hat. Da man an der Börse sehr schnell interpretiert und prognostiziert, hat man einfach unterstellt, dass es für die großen Banken die in der nächsten Woche mit ihren Quartalszahlen aufwarten, dann auch besser gelaufen sein muss.
Das Wochenplus im Dow Jones Industrial Index belief sich auf stolze 5,3 Prozent und verzeichnete damit das größte Wochenplus seit gut einem Jahr. Die Kurse im DAX stiegen vom Bereich 5.800 Punkte wieder über die 6.000er Marke und könnten sich am Montag bis in den Bereich von 6.100 Punkte nach oben schieben. Im S&P 500 ist es in der vergangenen Woche zu einer vielbeachteten charttechnischen Formation gekommen – einer sogenannten Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Dieses Chartbild ist charakteristisch für fallende Kurs. In dieser Woche ist die Rückeroberung über deren Nackenlinie noch nicht gelungen. Damit sich die Prognoseaussage nicht bewahrheitet, müssen die Aktienmärkte noch etwas steigen. Mithelfen kann am Montag der Alcoa-Konzern, der als erstes seine Quartalszahlen präsentieren wird. Fallen die Zahlen der kommenden Berichtssaison positiv aus, so sollte es den Börsen gelingen weiteres Terrain zurückzuerobern. Der Dow Jones Industrial Index hat ein Jahreshoch von rund 11.300 Punkten und liegt aktuell noch circa zehn Prozent unter dieser Marke. Bessere Gewinne der Unternehmen dürften dann das KGV weiter günstiger machen und die Märkte fundamental treiben, nachdem der Anstieg im letzten Jahr überwiegend liquiditätsgetrieben war.
Etwas leichter um 1,2630 USD geht der Euro am Freitagabend aus dem europäisch dominierten Handel. Ohne wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda hat sich der Markt vorwiegend auf technische Marken konzentriert. Ein relativ scharfer Abverkauf am Mittag drückte die Gemeinschaftswährung daher vom Tageshoch bei 1,2723 USD zurück. Händlern machten allein technische Widerstände für den Verkaufsüberhang aus. “Das sind Marken, die jeder sieht und darauf handelt”, sagte ein Händler. Aus diesen kurzfristigen Bewegungen dürften keine Rückschlüsse über das langfristige Trendverhalten des Euro geschlossen werden.
Bereits am Mittag kommentierten die Devisen-Analysten vom Bankhaus Metzler: “Mit dem heutigen Top von 1,2722 USD bahnt sich zum Wochenschluss zudem eine wichtige Entscheidung über die Nachhaltigkeit der Erholungsbewegung an”. Sollte die Gemeinschaftswährung den Abwärtstrend bei 1,2721 USD nachhaltig überschreiten, dürfte ihr dies Schub bis 1,2890 USD und danach 1,3095 USD verleihen. Sollte dieses nicht gelingen, könnte schon bald die Unterstützung bei 1,2480 ins Visier geraten.
Insgesamt äußerten sich die Analysten optimistisch, was den Eurokurs angeht. Die Stimmung an den Märkten sei gut, die Risikoneigung ziehe an. Die Analysten der DZ Bank machten zudem bei vielen Investoren eine grundlegende Skepsis gegenüber dem Dollar aus: “Immer mehr Investoren haben die letzten Wochen genutzt, um sich zu fragen, ob ausgerechnet dieser schuldenbeladene Dollar für sie wirklich langfristig der Sichere Hafen bleiben kann”.
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Negative Daten und hegative Stimmung
Veröffentlicht am 3. Juli 2010
Vielen in der vorangegangenen Woche die Zahlen des Immobilienmarktes negativ aus, so waren in dieser Woche die Arbeitsmarktdaten und Auftragseingänge schwächer als erwartet. Frische Konjunkturdaten gaben den Skeptikern Auftrieb. Wegen der geschlossenen US-Börsen am Montag waren viele Marktteilnehmer bereits im verlängerten Wochenende. Am Montag wird der “Independence Day” nachgefeiert. Der Dow-Jones-Index verlor am Freitag 0,5% bzw 46 Punkte auf 9.686. Ein neues Jahrestief markierte der Index bei 9.614 Punkten. Der S&P-500 gab um 0,5% bzw 5 Zähler nach auf 1.023. Der Nasdaq-Composite büßte 0,5% bzw 10 Punkte auf 2.092 ein.
Unter den Anlegern nimmt das erneute Zurückfallen der Konjunktur in die Rezession Konturen an. Aktuell sehen die meisten Analysten und Volkswirte die Risiken als sehr gering, aber die Kurse gaben doch deutlich nach. Der DAX fiel alleine in der letzten Woche 3,9 Prozent.
Der Schrecken der Schuldenkrise hingegen hat sich ein wenig verflüchtigt, Spanien und Italien haben gute Anleiheemissionen zustande gebracht und die drohende Liquiditätskrise der Banken scheint auch Vergangenheit. Beim großen EZB-Tender haben die Banken gezeigt, dass sie reichlich mit Liquidität ausgestattet sind.
Hoffnung macht die Berichtssaison in den USA, die Mitte Juli beginnt. Schaffen es die Unternehmen, die Gewinnziele zu schlagen, so könnte dies der Anfang einer nächsten Aufwärtsbewegung sein. Analsytend er HSBC sehen den DAX auf Sicht bis zum Jahresende bei 7000 Punkten.
Interessant wird sein, wie es die Börsen verkraften, dass die Charttechnik mit dem Schneiden der beiden gleictenden Durchschnitte ein “Death cross” ausgebildet haben. Aktuell zeigen die technischen Indikatoren allerdings ein deutlich “überverkauftes” Szenario an.
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Kühler Kopf für kühle Denker
Veröffentlicht am 26. Juni 2010
In dieser Woche gaben die Notierungen an den internationalen Aktienbörsen wieder deutlich nach. Der Dow Jones verlor 2,9 Prozent, der S&P 3,7 und Nasdaq jeweils 3,7 Prozent. In Deutschland konnten wir erkennen, dass die Grundstimmung positiv war, schlussendlich musste man sich den Vorgaben aus Amerika beugen.
Verkehrte Welt: Die Menschen stehen Schlange vor den Apple-Stores, die Autokonzerne fahren Sonderschichten wegen des Booms bei Luxusfahrzeugen, viele Unternehmen übertreffen die Gewinnerwartungen, weil die Nachfrage schneller wächst als erwartet – die Aktien fallen.
In der Parallelwelt Börse wurden diese Woche die positiven Nachrichten einfach ignoriert, stattdessen wird auf einen herben konjunkturellen Rückschlag spekuliert. Anlass waren wieder die Probleme Griechenlands, obwohl das Ferienland nur eine Randregion ist, und die Sparpolitik vieler europäischer Staaten, die möglicherweise den Aufschwung auf dem „alten Kontinent“ bremsen könnte. Die Tatsache, dass der Boom in Asien & Lateinamerika ein Gegengewicht darstellt und die Gewinne vieler Multinationals wie Siemens, Apple oder Caterpillar aufpoliert, fiel dabei genauso unter den Tisch wie die Ausgabefreudigkeit der Verbraucher weltweit.
Der Montag startete mit leichten Gewinnen, die sich aber schnell wieder – wegen des sich hochschaukelnden Konjunkturpessimismus – verflüchtigten. Der während des Montagshandels einsetzende Kursrutsch beschleunigte sich in den nachfolgenden drei Börsentagen. Lediglich am Freitag gab es eine zaghafte Stabilisierung.
Aber alles der Reihe nach:
In den frühen Montagsstunden bekam die in der vergangenen Woche gestartete Rally frischen Schub. Dafür sorgte wieder einmal China. Die Regierung der Volksrepublik kam dem Wunsch der USA nach und löste die bisher bestehende feste Bindung ihrer Währung Yuan an den US-Dollar. Der Yuan kann sich jetzt gegenüber dem Dollar auf- oder abwerten. Dieser Schritt zeigt das Vertrauen der chinesischen Regierung in die eigene Stärke. In den letzten Jahren wurde von der Regierung immer darauf verwiesen, dass China einen starken Export brauche und ein Währungsaufwertung schaden würde.
Bereits am Montag Nachmittag war das schon wieder vergessen. Dann übernahm wieder das Thema Griechenland die Lufthochheit. Das Land muss am Kapitalmarkt wegen der massiven Gegenspekulationen (Anti-Griechenland-Wetten waren diese Woche wieder ein gutes Geschäft) wachsende Risikozuschläge und damit noch mehr Zinsen zahlen. Dafür wurden auch große Länder wie Deutschland & Frankreich in Sippenhaft genommen und damit der Euro.
Ein weiterer Vorwand für die Verkaufsstimmung kam vom Immobilienmarkt, vor allem eine Meldung vom Mittwoch: Die Zahl der US-Neubauverkäufe brach im vergangenen Monat – nach dem Auslaufen der Steuerkredite – überraschend stark um 32,7% auf 300.000 ein. Dies war der schlechteste Wert seit Beginn der Aufzeichnung dieses Datums.
Trotz all der vermeintlich schlechten Nachrichten sollte man sich die wichtigen volkswirtschaften Daten genau anschauen. Laut einiger Ökonomen haben amerikanische Unternehmen und Verbarucher im ersten Quartal mehr verdient als bisher angenommen. Laut Bloomberg kletterten die Unternehmensgewinne im ersten Quartal um acht Prozent und die Einkommen privater Haushalt stiegen um 12,2 Mrd. USD, das wären 7,6 Mrd. mehr als geschätzt. Daraus darf man folgern, dass das BIP-Wachstum stärker ist, als es die Statistik aussagt. „Steigende Unternehmensgewinne und Zuwächse bei den Einkommen der privaten Haushalte (Konsumenten) sollten die Ausgaben der Verbraucher und der Unternehmen anregen“, schrieb Peter Newland, ein Ökonom bei Barclays Capital Inc. in einer Notiz an seine Klienten (Bloomberg). „Das unterstützt unsere These, dass die Erholung an Fahrt gewinnt und das BIP-Wachstum im laufenden Quartal stärker ausfällt als im Vorquartal“, so Newland.
Der legendäre Fondsmanager Bill Miller vom Verwalter Leg Mason erklärte außerdem heute, die Bilanzen der Unternehmen sind in guter Verfassung, er sei deshalb „very bullish“. In rund 2 Wochen startet übrigens die Unternehmens-Berichtssaison für Q2.
Noch ein Paar Worte zu Apple:
Apple bröckelte von $274,07 auf $266,70. Griechenland hin oder her, die Leute standne Schlange um das neue iPhone 4 (wird in China produziert) zu erstehen (Verkaufsstart Donnerstag). Reissende Nachfrage gibt es auch nach dem iPad. Der Medienmogul Rupert Murdoch (News Corp: MySpace, Wall Street Journal) äußerte sich enthusiastisch zum iPad. Das Gerät sei „eine fantastische Innovation“ und ein riesiger neuer Markt. Am Dienstag meldete Apple, dass bereits 3 Mio. iPads verkauft wurden, 80 Tage nach dem Verkaufsstart in den USA. Kein Wunder also, dass sich sich die lange Reihe von Broker-Upgrades für die Kalifornier diese Woche fortsetzte:
Deutsche Bank-Analyst Chris Whitmore wiederholte am Dienstag sein Buy-Rating und verbesserte das Kursziel von $350 auf $375.
Sterne Agee-Analyst Vijay Rakesh bekräftigte am Donnerstag sein Buy-Rating und lupfte sein Kursziel von $300 auf $320. Die Nachfrage nach iPads übersteige weiterhin die Nachfrage. Eine Umfrage bei den (nicht griechischen) Zulieferern lasse erwarten, dass dieser Zustand bis November anhält. Auch beim iPhone sei die Nachfrage erheblich größer als das Angebot.
ThinkEquity-Analyst Rajesh Ghai Buy übernahm am Donnerstag die Beobachtung und startete mit einem Buy-Rating und Kursziel $350. Der Konzern verfüge über sehr starke & nachhaltige Wettbewerbsvorteile und ein herausragendes Design. Daher könne Apple sein beeindruckendes Wachstum auch in der Zukunft fortführen. Der überzeugende Start von iPhone 4 & iPad sei Evidenz dafür, dass die Kalifornier ihre Vorteile beim Design von Produkten verstärken.
Heute schloss sich Oppenheimer-Analyst Yair Reiner der Parade an, berichtet der Barron`s Blog Tech TraderDaily. Reiner wiederholt sein Outperform-Rating und verbessert das Kursziel von $320 auf $345. Wie seine Berufskollegen an den Vortagen, verweist auch der Oppenheimer-Analyst auf die starke Nachfrage nach iPhone 4 & iPad. Apple gewinne & nutze die Leidenschaften der amerikanischen Verbraucher in einem noch nie dagewesenen Ausmaß, so Reiner.
Da die realwirtschaftlichen Zahlen weiterhin gut sind, die Politik ihre ganzen Sparpläne nicht konsequent umsetzen wird, bin ich mittelfristig positiv für Aktien gestimmt.
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Weitere Erholung an den Aktienmärkten
Veröffentlicht am 19. Juni 2010
In dieser Woche haben sich die Notierungen der weltweit größten Aktienbörsen weiter nach oben geschoben. Der DAX schloss über 6.200 Punkte und ist damit weniger als zwei Prozent vom Jahreshoch entfernt.
In dieser Woche konnten wir sehen, dass die Aktienmärkte zum ersten Mal nicht mehr wegen schlechter Nachrichten aus dem Euroraum nach unten korrigierten. Moody`s hatte in dieser Woche das Kreditrating Griechenlands um vier Stufen gesenkt und stuft nun Griechenland mit dem Ramschstatus ein. Ebenso hat die EZB einen Hair-cut von fünf Prozent für Griechenland-Anleihen angenommen. Diese Nachrichten hätten noch vor Wochen den Euro und die Aktienmärkte unter Druck gebracht. In dieser Woche war davon nichts zu sehen. Es kommt wohl zunehmend zu einem Gewöhnungseffekt bei den Investoren. Auch die Gerüchte um ein vermeintliches Hilfspaket für Spanien wurde nicht in die Kurse eingerechnet.
Der Euro hat in dieser Woche eine erste Reaktion auf die massiven Kursverluste der letzten Monate gezeigt und sich von den Tiefstwerten gelöst. Mit knapp unter 1,24 ist der Euro zum Doller mittlerweile um fünf Cent gestiegen. Von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen ist noch zu früh, aber es ist ein erstes Zeichen dafür, dass ein einfaches Geldverdienen mit einer Short-Position im Euro nicht mehr funktioniert.
Der Goldpreis hat in dieser Woche ein neues Allzeithoch erklommen und notiert bei 1.260,20 in der Spitze. Hier wirkt wohl immer noch die Angst, dass sich die Wirtschaft nicht weiter erholt und wieder in die Rezession zurückfällt. Interessant ist hierbei das Auseinanderfallen der Meinungen, während sich die Marktteilnehmer am Aktienmarkt auf die volkswirtschaftlichen Zahlen konzentrieren und hier die Wahrscheinlichkeit für ein sogenanntes Double-Dip weiter zurückgeht, sind andere Marktteilnehmer offensichtlich der Meinung, dass die Kombination aus Sparmaßnahmen, aufgrund von hohen Haushaltsdefiziten, und der Stabilität der Eurostaaten selbst, ein erneutes Abrutschen möglich macht. Die spannende Frage ist – Wer hat Recht? Oder können auch beide Recht behalten? Zumindest ist in dieser Woche der Goldpreis gestiegen und die Aktiennotierungen sind ebenfalls gestiegen.
Am Freitag konnte Caterpillar die Börse stützen. Caterpillar hat bei seinen Maschinen einen Umsatzanstieg in Asien um 38% zum Vorjahr erzielt.
Die Profitabilität der der Unternehmen hat sich im letzten Quartal deutlich erhöht und bietet nun eine gute Basis für steigende Notierungen. Auch über die nächste Berichtssaison hinaus wird dies ein stützendes Element sein, was man nicht vernachlässigen sollte. In den meisten Ländern wurde die Krise „genutzt“ um die Kostenseite deutlich zu senken und dies macht sich im aktuellen Umfeld sehr positiv bemerkbar. Selbst wenn sich nun das Wachstum wieder abschwächen sollte, denn Konjunkturprogramme werden auslaufen und Sparprogramme werden aktuell geschnürt, dann bietet dies einen Schutz vor der nächsten Krise. In Deutschland macht sich die Fokussierung auf die Entlastung der Unternehmen, in den letzten Jahren nun bezahlt. Viele Unternehmen sind global aufgestellt und profitieren nun von den gemachten Hausaufgaben der letzten Jahre und dem schwachen Euro. Die niedrigen Bewertungen sollten sich auch stabilisierend auswirken, so liegt das KGV für diese Jahr bei zehn und für 2011 bei nur noch neun.
Die niedrigen Bewertungen geben Spielraum für weitere Kursanstiege und lassen nun ein neues Jahreshoch realistisch erscheinen. Für die nächste Aufwärtsbewegung sehe ich ein Potential nach Elliott-Wellen-Analyse von bis zu 7.000 Punkten im DAX. Unter 5.800 sollten wir nicht mehr fallen. Die defensive Haltung in den Kundendepots wurde etwas aufgelöst und auch das Depot im Depot-Contest der DAB bank (www.depot-contest.de) ist nun offensiver ausgerichtet.
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Wichtige Unterstützungsniveaus wurden gehalten
Veröffentlicht am 12. Juni 2010
Fester sind die europäischen Börsen am Freitag aus einer nervösen Handelswoche gegangen. Gute Inflationsdaten aus der Euro-Zone und ausgeglichene Konjunktur-Indikatoren aus den USA ließen den Euro-Stoxx-50 1,1% oder 30 Punkte fester schließen bei 2.638 Punkten. Der Stoxx-50 legte um 0,9% oder 20 auf 2.421 Zähler zu. Kursgewinner waren die Banken und die Öl-Werte dank einer Rally in BP. In Spanien setzte sich die gute Laune seit der erfolgreichen Bond-Auktion vom Vortag und zahlreicher Fusionen fort.
Im Laufe der Woche hatten die Aktienkurse zunächst weiter nachgegeben und sich einzelnen Unterstützungen genähert. So konnte der DAX das Niveau von 5.830 Punkten mit Mühe verteidigen und der Dow Jones Industrial Index hielt die Marke von 9.800 Punkten. Da beide Märkte schon teilweise überverkauft waren, konnte dies gut gelingen, trotz teilweise ernüchternder Wirtschaftszahlen. Den Markt stützt weiter die Erwartung, die weltweit solide Konjunktur werde die negativen Folgen der Schuldenkrise in Europa auffangen. “Die Investoren halten sich weiter an die großen Themen Staatsverschuldung und globales Wachstum”, sagte ein Händler. Zudem gerieten Anleger, die sich für eine Verschärfung der Euro-Krise positioniert hätten in Zugzwang. Vor dem großen Verfall von Optionen und Futures auf Aktien und Indizes am kommenden Freitag zwinge dies zu Positionsanpassungen und könnte die Kurse weiter treiben.
Der Umsatz im Einzelhandel war im Mai überraschend eingebrochen. Ein heftiger Rückgang bei den Baumaterialien ist laut Fabienne Riefer von der Postbank der Hauptgrund für den überraschenden Einbruch der US-Einzelhandelsumsätze im Mai. Darüber hinaus hätten sich die Umsätze an den Tankstellen angesichts des zurückgegangenen Benzinpreises etwas stärker als erwartet verringert, sagte die Volkswirtin. “Nach dem kräftigen Anstieg im März zwar kein Beinbruch, aber eine Erinnerung daran, dass die Bäume in den USA nicht in den Himmel wachsen.”
Besser als erwartet fiel allerdings das Verbrauchervertrauen aus, mit 75,5 Punkten lag es deutlich über dem Erwartungswert von 74.
Rally in spanischen Bank-Aktien – Fusionen treiben
Spanische Banken waren die Top-Performer in Europa. Die erfolgreiche Auktion spanischer Staatsanleihen am Vortag und die zahlreichen Fusionen zwischen spanischen Instituten sorgten für Erleichterung. Die Konsolidierung dürfte den Sektor weniger krisenanfällig machen, hieß es. Aktuell haben Caja Madrid und Bancaja ihren Zusammenschluss angekündigt. Dieser beinhaltet fünf weitere Sparkassen. BBVA sprangen um 5,6% auf 8,47 EUR und Santander um 7,2% auf 8,61 EUR.
Auch die französischen Banken legten kräftig zu. Sie sind stark investiert in Anleihen der Spanier. Unter anderem stiegen Societe Generale um 3,3%, Credit Agricole um 6,4% und BNP Paribas um 5,6%. Der Sektor legte um 1,9% zu.
Erholungsrally bei BP – Fusionsfantasien
BP erholten sich nach dem Ausverkauf der vergangenen Wochen um 7,2% auf 392 p. Händler verwiesen auf Fusionsfantasien um die Aktie. “Es werden jeden Tag neue Interessenten an BP genannt, Shell ist aber klarer Favorit des Marktes”, sagte ein Händler. Durch den Ausverkauf der Aktie könnte BP einen Schnäppchenkauf für einen Konkurrenten werden. Leerverkäufer wollten sich nicht dem Risiko eines überraschenden Übernahmeangebots aussetzen. Daher würden sie nun die Aktien zurückkaufen und damit die Kurse treiben. Das hohe BP-Gewicht trieb den Sektor-Index um 2,3% nach oben. Auch Royal Dutch Shell stiegen um 1,7%, Total um 1,1% und Repsol um 2,9%.
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